Was berichtet wird – und worauf es beruht

Medien entscheiden mit darüber, welche Informationen öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Überschriften, Auswahl, Gewichtung und Kontext können beeinflussen, wie ein Ereignis wahrgenommen wird.

QUELLENSINN untersucht deshalb nicht „die Medien“ als Ganzes. Wir betrachten konkrete Berichte, Aussagen und Darstellungen – und vergleichen sie, soweit möglich, mit den zugrunde liegenden Quellen.

Entscheidend ist nicht, welches Medium etwas veröffentlicht hat. Entscheidend ist, ob sich die Darstellung anhand der verfügbaren Quellen nachvollziehen lässt.

Medien im Quellencheck

Analysen zu Berichterstattung, Überschriften, Zitaten, Quellen und medialer Einordnung.


Von der Schlagzeile zurück zur Quelle

Eine Nachricht besteht nicht nur aus überprüfbaren Tatsachen. Schon die Auswahl einer Überschrift, die Kürzung eines Zitats oder die Entscheidung, welche Informationen hervorgehoben werden, kann die Wahrnehmung eines Sachverhalts verändern.

Deshalb betrachten wir bei Medienanalysen nicht nur den fertigen Artikel. Soweit die ursprünglichen Quellen zugänglich sind, gehen wir einen Schritt zurück und prüfen, worauf die Darstellung tatsächlich beruht.

  • Trägt die ursprüngliche Quelle die gewählte Überschrift?
  • Stehen verwendete Zitate im ursprünglichen Zusammenhang?
  • Wurden wesentliche Aussagen oder Einschränkungen ausgelassen?
  • Werden Tatsachen, Fremdaussagen und journalistische Interpretation voneinander getrennt?
  • Sind verwendete Zahlen und Vergleiche nachvollziehbar?
  • Gibt es zugängliche Primärquellen, die eine weitergehende Einordnung ermöglichen?

Eine Abweichung zwischen Quelle und Berichterstattung bedeutet nicht automatisch, dass eine Darstellung falsch ist. Entscheidend ist, ob sie durch die zugrunde liegenden Informationen getragen wird und ob wesentlicher Kontext erhalten bleibt.

Darstellung und Beleglage getrennt betrachten

QUELLENSINN bewertet einen Bericht nicht danach, ob seine politische oder gesellschaftliche Richtung gefällt. Ausgangspunkt ist die konkrete Aussage und die Frage, welche Belege dafür vorliegen.

Wo möglich, vergleichen wir Medienberichte mit Originaldokumenten, vollständigen Reden und Interviews, amtlichen Veröffentlichungen, Statistiken, Gerichtsentscheidungen oder anderen Primärquellen.

Dabei unterscheiden wir zwischen belegbaren Tatsachen, Aussagen von Personen oder Organisationen, journalistischer beziehungsweise redaktioneller Einordnung und Punkten, die anhand der verfügbaren Quellen offenbleiben.

Unterschiedliche Medien können denselben Sachverhalt verschieden gewichten. Solche Unterschiede sind nicht automatisch ein Beleg für Fehler oder Manipulation. Sie können jedoch relevant werden, wenn durch Auswahl, Verkürzung oder fehlenden Kontext ein wesentlich anderer Eindruck entsteht als in der zugrunde liegenden Quelle.

Nicht das Medium entscheidet – sondern die Quelle

Auch etablierte Medien können Fehler machen. Ebenso ist eine Information nicht allein deshalb falsch, weil sie aus einem kleinen, neuen oder politisch umstrittenen Medium stammt.

Deshalb betrachten wir Herkunft und Qualität einer Quelle getrennt. Entscheidend sind Nachprüfbarkeit, Kontext und Beleglage.

Wenn sich eine Darstellung anhand der verfügbaren Quellen nicht abschließend überprüfen lässt, wird auch das kenntlich gemacht. Fehlende Gewissheit wird nicht durch Vermutungen ersetzt.

Selbst nachlesen können

Eine Medienanalyse soll nicht mit der Aufforderung enden, einer bestimmten Darstellung zu glauben.

Wo immer möglich, führt QUELLENSINN deshalb zu den entscheidenden Originalquellen zurück. Leserinnen und Leser sollen nachvollziehen können, was veröffentlicht wurde, worauf eine Aussage beruht und an welchen Stellen unterschiedliche Interpretationen beginnen.

Quellen prüfen. Zusammenhänge verstehen.