TRANSPARENZ

Wie QUELLENSINN nachvollziehbar arbeitet

Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass eine Redaktion behauptet, vertrauenswürdig zu sein.

Es entsteht dann, wenn Leser nachvollziehen können, wie Informationen geprüft wurden, worauf Aussagen beruhen und wo Grenzen der Recherche liegen.

Deshalb gehört Transparenz zum redaktionellen Grundverständnis von QUELLENSINN.

UNSER GRUNDSATZ

Nachvollziehbarkeit statt blinder Vertrauenserwartung

QUELLENSINN erwartet nicht, dass Leser eine Aussage allein deshalb übernehmen, weil sie auf dieser Website veröffentlicht wurde.

Wo immer es möglich und sinnvoll ist, sollen die Grundlagen einer Berichterstattung nachvollziehbar sein.

Dazu gehören insbesondere Quellen, Originaldokumente, Daten, Aussagen und der Kontext, aus dem eine journalistische Einordnung entstanden ist.

Leser sollen prüfen können, worauf eine Aussage beruht.

QUELLEN

Woher unsere Informationen stammen

QUELLENSINN versucht bei überprüfbaren Tatsachen möglichst auf ursprüngliche oder besonders belastbare Quellen zurückzugreifen.

Dazu können unter anderem gehören:

  • Gesetze und Verordnungen
  • Gerichtsentscheidungen
  • parlamentarische Dokumente
  • amtliche Veröffentlichungen
  • Behörden und öffentliche Statistiken
  • wissenschaftliche Originalpublikationen
  • Originalreden
  • Interviews und Pressekonferenzen
  • Wahl- und Parteiprogramme
  • Geschäfts- und Tätigkeitsberichte
  • Archive
  • Originalvideos, Tonaufnahmen oder vollständige Mitschriften

Journalistische Medien können zusätzliche Informationen, Rechercheansätze und Einordnungen liefern.

Wenn eine zugängliche Primärquelle existiert, versucht QUELLENSINN jedoch nach Möglichkeit, diese selbst einzusehen.

QUELLENANGABEN

Quellen sollen verständlich benannt werden

Bei umfangreicheren Beiträgen sollen die wichtigsten verwendeten Quellen am Ende des Artikels nachvollziehbar aufgeführt werden.

Dabei wird nach Möglichkeit zwischen Primärquellen und weiteren Quellen unterschieden.

Eine Quellenangabe soll möglichst erkennen lassen, was sich hinter einem Link befindet.

Beispielsweise:

Deutscher Bundestag – Drucksache …

statt lediglich:

Quelle 1

Eine lange Linkliste allein ist noch keine transparente Recherche.

Entscheidend ist, dass die wesentlichen Grundlagen eines Beitrags nachvollziehbar werden.

EIGENANGABEN

Aussagen von Beteiligten werden als solche kenntlich gemacht

Nicht jede Information lässt sich unabhängig bestätigen.

Stammt eine Angabe unmittelbar von einer beteiligten Person, einem Unternehmen, einer Organisation, einer Behörde oder einer politischen Partei, kann sie eine wichtige Primärinformation sein.

Sie wird dadurch jedoch nicht automatisch zu einer unabhängig bestätigten Tatsache.

Wo diese Unterscheidung relevant ist, macht QUELLENSINN deutlich, ob es sich beispielsweise um eine:

  • Betreiberangabe
  • Unternehmensangabe
  • Parteiaussage
  • Behördenangabe
  • Stellungnahme eines Betroffenen
  • sonstige Eigenangabe

handelt.

SICHERHEIT DER INFORMATION

Nicht alles ist gleich sicher

QUELLENSINN unterscheidet zwischen Informationen mit unterschiedlicher Belegstärke.

  • belegt – durch belastbare Quellen nachvollziehbar bestätigt
  • dokumentierte Aussage – nachweislich geäußert oder veröffentlicht, aber nicht automatisch als Tatsache bestätigt
  • plausibel, aber nicht abschließend belegt – es liegen Hinweise vor, die eine Aussage stützen, aber keine abschließende Bestätigung erlauben
  • umstritten – relevante Quellen oder Beteiligte kommen zu unterschiedlichen Darstellungen oder Bewertungen
  • ungeklärt – die derzeitige Quellenlage erlaubt keine verlässliche Schlussfolgerung
  • nicht überprüfbar – eine belastbare Überprüfung ist mit den verfügbaren Informationen derzeit nicht möglich

Unsicherheit wird nicht durch eine scheinbar eindeutige Formulierung ersetzt.

FEHLENDE INFORMATIONEN

Auch Lücken gehören zur Recherche

Manchmal fehlen Dokumente, Daten oder Stellungnahmen.

Manchmal widersprechen sich Quellen.

In anderen Fällen ist eine entscheidende Information nicht öffentlich zugänglich.

Wenn solche Einschränkungen für die Bewertung eines Sachverhalts wesentlich sind, sollen sie im Artikel kenntlich gemacht werden.

Eine mögliche Formulierung lautet beispielsweise:

„Dieser Punkt lässt sich anhand der verfügbaren Quellen nicht abschließend überprüfen.“

Ein offener Punkt wird nicht künstlich geschlossen, nur damit ein Artikel eindeutiger wirkt.

ZITATE

Der Zusammenhang gehört dazu

QUELLENSINN versucht, Zitate nicht isoliert zu betrachten, wenn der vollständige Zusammenhang verfügbar ist.

Geprüft wird nach Möglichkeit:

  • was unmittelbar vorher gesagt wurde
  • was unmittelbar danach gesagt wurde
  • auf welche Frage sich die Aussage bezog
  • ob die Aussage hypothetisch formuliert war
  • ob sie Teil einer längeren Argumentation war
  • ob eine verbreitete Kurzfassung den ursprünglichen Sinn verändert

Wenn sich die Wirkung eines Zitats durch den vollständigen Zusammenhang wesentlich verändert, soll dieser Unterschied für Leser erkennbar werden.

GEGENPOSITIONEN

Relevante Gegenargumente gehören zur Einordnung

Bei kontroversen Themen prüft QUELLENSINN nach Möglichkeit auch relevante Gegenpositionen.

Diese sollen nicht lediglich erwähnt werden, um sie anschließend rhetorisch abzuwerten.

Sie werden nach denselben Maßstäben betrachtet wie die ursprüngliche Behauptung.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Position automatisch gleich stark gewichtet werden muss.

Entscheidend bleibt die Stärke der jeweiligen Belege.

KORREKTUREN

Fehler sollen nachvollziehbar korrigiert werden

Auch sorgfältige journalistische Arbeit kann Fehler enthalten.

Werden relevante Fehler bekannt, korrigiert QUELLENSINN sie.

Bei wesentlichen Änderungen soll nach Möglichkeit nachvollziehbar sein:

  • was geändert wurde
  • warum es geändert wurde
  • wann die Änderung vorgenommen wurde

Eine Korrektur soll einen Fehler nicht verdecken, sondern ihn transparent richtigstellen.

AKTUALISIERUNGEN

Artikel bilden einen Informationsstand ab

Gerade bei aktuellen Themen kann sich die Faktenlage verändern.

Neue Dokumente können veröffentlicht werden, Behörden können Entscheidungen treffen, Gerichte können urteilen oder Beteiligte können neue Informationen vorlegen.

Deshalb können Beiträge ergänzt oder aktualisiert werden.

Wenn eine wesentliche Aktualisierung den ursprünglichen Informationsstand verändert, soll dies für Leser möglichst erkennbar sein.

INTERESSENKONFLIKTE

Eigene Verbindungen werden offengelegt

Journalistische Einordnung kann durch persönliche, wirtschaftliche oder organisatorische Beziehungen beeinflusst werden.

Besteht eine Verbindung, die für die Bewertung eines Beitrags relevant sein könnte, soll sie transparent gemacht werden.

Das gilt insbesondere dann, wenn QUELLENSINN über:

  • eigene Projekte
  • eigene Veranstaltungen
  • eigene Veröffentlichungen
  • Organisationen oder Personen mit unmittelbarer Verbindung zum Projekt

berichtet.

Transparenz ersetzt dabei nicht die journalistische Prüfung.

WERBUNG UND REDAKTION

Redaktionelle Inhalte müssen erkennbar bleiben

Redaktionelle Berichterstattung und Werbung dürfen nicht so miteinander vermischt werden, dass Leser über den Charakter eines Inhalts getäuscht werden.

Sollten auf QUELLENSINN künftig bezahlte Inhalte, Kooperationen oder andere kommerzielle Formen erscheinen, müssen diese als solche erkennbar sein.

Eine finanzielle oder organisatorische Zusammenarbeit darf nicht darüber entscheiden, ob eine überprüfbare Tatsache als richtig oder falsch dargestellt wird.

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

KI ist Werkzeug – nicht Quelle

Künstliche Intelligenz kann QUELLENSINN bei bestimmten redaktionellen Arbeitsschritten unterstützen.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Strukturierung von Material
  • Recherchevorbereitung
  • Transkription
  • sprachliche Bearbeitung
  • Auswertung größerer Textmengen

Eine KI-Antwort wird jedoch nicht allein deshalb als Tatsache übernommen, weil sie überzeugend formuliert ist.

Eine künstliche Intelligenz ist keine Quelle.

Überprüfbare Tatsachen müssen anhand geeigneter Quellen kontrolliert werden.

Die redaktionelle Verantwortung bleibt beim Menschen.

AUTOREN

Wer Verantwortung trägt, soll erkennbar sein

Redaktionelle Beiträge sollen eine nachvollziehbare Autorenangabe erhalten.

Technische Benutzerrollen innerhalb von WordPress sind nicht automatisch die öffentlich sichtbare Autorenbezeichnung.

Ein Beitrag soll daher nicht allein deshalb mit „Admin“ gekennzeichnet sein, weil er technisch über ein Administratorkonto veröffentlicht wurde.

UNABHÄNGIGKEIT

Keine politische Richtung bestimmt das Ergebnis

QUELLENSINN versteht sich als unabhängiges redaktionelles Projekt.

Die Aufgabe besteht weder darin, eine Partei, Regierung, Institution oder Person grundsätzlich zu verteidigen, noch darin, sie grundsätzlich anzugreifen.

Eine Aussage wird nach Möglichkeit anhand ihrer Belege geprüft.

Nicht anhand des politischen Lagers, aus dem sie stammt.

Das Ergebnis einer Recherche soll nicht vorher feststehen.

VERANTWORTUNG

Transparenz ist kein Ersatz für Sorgfalt

Die Offenlegung von Quellen und Arbeitsweisen allein macht einen Artikel noch nicht richtig.

Transparenz muss mit sorgfältiger Prüfung, sauberer Trennung von Tatsachen und Aussagen sowie einer nachvollziehbaren Einordnung verbunden sein.

Deshalb versteht QUELLENSINN Transparenz nicht als zusätzliche Funktion der Website.

Sie ist Teil der redaktionellen Arbeit selbst.

UNSER ZIEL

Der Leser soll selbst nachsehen können

QUELLENSINN möchte nicht verlangen:

„Glaub uns.“

Der bessere Anspruch lautet:

„Hier sind die Grundlagen. Schau nach. Prüfe sie. Bilde dir dein eigenes Urteil.“

Genau darin liegt für QUELLENSINN der Sinn redaktioneller Transparenz.