FAKTENCHECK
Was stimmt – und was die Quellen tatsächlich zeigen
Eine Behauptung kann richtig, falsch, verkürzt, missverständlich oder anhand der verfügbaren Quellen nicht eindeutig zu beurteilen sein. Ein Faktencheck beginnt deshalb nicht mit einem Urteil, sondern mit einer möglichst präzisen Frage.
QUELLENSINN prüft konkrete und überprüfbare Aussagen anhand zugänglicher Quellen. Wo möglich, gehen wir dabei auf das Original zurück: auf Dokumente, Statistiken, Gesetze, Studien, Gerichtsentscheidungen, vollständige Reden, Interviews oder andere Primärquellen.
Das Ergebnis soll nachvollziehbar sein. Leserinnen und Leser sollen erkennen können, welche Belege vorliegen, welche Schlüsse daraus möglich sind und wo Unsicherheit bestehen bleibt.
AKTUELLE FAKTENCHECKS
Behauptungen im Quellencheck
Wir prüfen konkrete Aussagen und stellen ihnen die zugänglichen Belege gegenüber – mit direkten Quellen, Kontext und einer nachvollziehbaren Einordnung.
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DIE FRAGE
Was genau wird behauptet?
Bevor eine Aussage überprüft werden kann, muss klar sein, was tatsächlich behauptet wurde. Einzelne Wörter, verkürzte Zitate oder aus dem Zusammenhang gelöste Aussagen können die Bedeutung verändern.
Deshalb versuchen wir zunächst, die ursprüngliche Aussage zu finden und ihren Kontext zu bestimmen: Wer hat sie gemacht? Wann und wo wurde sie veröffentlicht? Bezieht sie sich auf einen bestimmten Zeitraum, eine bestimmte Personengruppe oder eine klar definierte Situation?
Erst wenn die überprüfbare Behauptung eindeutig bestimmt ist, beginnt die eigentliche Prüfung.
DIE PRÜFUNG
Von der Behauptung zurück zur Quelle
QUELLENSINN bevorzugt für die Prüfung möglichst ursprüngliche Quellen. Dazu können amtliche Dokumente, Gesetze, parlamentarische Unterlagen, Gerichtsentscheidungen, Statistiken, wissenschaftliche Originalarbeiten oder vollständige Aussagen der Beteiligten gehören.
Bei Zahlen prüfen wir nicht nur den genannten Wert. Entscheidend können auch Zeitraum, Bezugsgröße, Definition, Erhebungsmethode und Vergleichsbasis sein.
Bei Zitaten betrachten wir den ursprünglichen Zusammenhang. Bei Studien unterscheiden wir zwischen dem, was tatsächlich untersucht wurde, und weitergehenden Schlussfolgerungen, die daraus möglicherweise gezogen werden.
DAS ERGEBNIS
Nicht jede Prüfung endet mit Ja oder Nein
Manche Behauptungen lassen sich eindeutig bestätigen oder widerlegen. Andere enthalten einen zutreffenden Kern, lassen wichtigen Kontext weg oder verbinden überprüfbare Tatsachen mit einer Interpretation.
Deshalb richtet sich das Ergebnis nach der tatsächlichen Beleglage. Eine Aussage kann beispielsweise belegt, teilweise belegt, unbelegt, durch verfügbare Quellen widerlegt oder derzeit nicht abschließend überprüfbar sein.
Entscheidend ist nicht das Etikett. Entscheidend ist die Begründung dahinter. Sie soll zeigen, welche Quelle welche Aussage trägt – und wo ihre Aussagekraft endet.
TRANSPARENZ
Die Prüfung muss überprüfbar bleiben
Ein Faktencheck verlangt nicht, dass Leserinnen und Leser QUELLENSINN einfach vertrauen. Wo Quellen öffentlich zugänglich sind, sollen sie so angegeben werden, dass die wesentlichen Grundlagen selbst nachgelesen werden können.
Widersprüchliche Quellen, fehlende Daten und methodische Grenzen werden nicht verborgen. Neue belastbare Informationen können außerdem dazu führen, dass eine frühere Einordnung ergänzt oder korrigiert werden muss.
Auch solche Änderungen sollen nachvollziehbar bleiben.
DER GRUNDGEDANKE
Nicht glauben müssen – nachprüfen können
Ein Faktencheck soll eine Behauptung nicht durch eine neue Behauptung ersetzen. Er soll offenlegen, welche Informationen verfügbar sind, welche Quellen sie tragen und welche Schlussfolgerungen daraus tatsächlich möglich sind.
So bleibt die Einordnung nachvollziehbar – und die abschließende Bewertung beim Leser.
Quellen prüfen. Zusammenhänge verstehen.